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Malteser Hildesheim

„Besser als zuhause“

Zum dritten Hildesheimer Wohlfühlmorgen kamen rund 120 Gäste

05.11.2018
Charakterköpfe beim Friseur, darunter Weihbischof Hans-Georg Koitz (links hinten) und Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Mitte); Bildquelle: Lukas/Malteser

Hildesheim (mhd) Mit einem reichhaltigen Angebot für Körper und Seele präsentierte sich der dritte „Hildesheimer Wohlfühlmorgen“ am Samstag, 3. November, in der Hildesheimer Marienschule den Wohnungslosen und Armen der Stadt. Dafür sorgten zahlreiche Helfer der Hildesheimer Malteser sowie der Marienschule und Walter-Gropius-Schule.

Wohin zuerst sich wenden? Am besten gleich duschen, dann ab in die Kleiderkammer der Malteser und danach vielleicht einen neuen Haarschnitt mitnehmen und fachkundig die Muskeln massieren lassen. Die meisten der rund 120 Besucherinnen und Besucher nahmen zumindest einige dieser Angebote wahr. Alle aber genossen das leckere Essen, das die rund 15 Schülerinnen und Schüler des Faches Gastronomie/Hauswirtschaft der Walter-Gropius-Schule unter der Leitung von Hauswirtschaftslehrerin Andrea Eisenberg gemeinsam mit den Maltesern zubereitet hatten und in der Schulmensa anboten.

Großer Andrang herrschte beim improvisierten Friseursalon, wo angehende Haartalente der Walter-Gropius-Berufsfachschule zusammen mit Azubis der Friseurinnung Hildesheim unter Anleitung der Fachpraxislehrer Mareike Peters und Dietrich Klaue so mancher Kopfmähne einen ansehnlichen Schnitt verpassten. Auch Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ und Weihbischof Hans-Georg Koitz machten bei ihrem Rundgang dort Station. Massage und Schmerztherapie waren gut nachgefragt, während das MediMobil der Malteser recht ruhig durch den Vormittag kam. Mehrere kleine Probleme waren schnell gelöst und auch im Zahnmobil der Diakonie Hannover waren keine größeren Eingriffe zu vermelden. Auch wieder dabei: Kunstlehrer Rüdiger Geisler, der Besucher und auch Helfer vor die Kamera holte, um sie professionell zu porträtieren, während Musiker unter Leitung von Christian Stötzer an der Gitarre im Hintergrund für gutes Feeling sorgten.

Gedacht war auch an die vierbeinigen Gäste, die sich bei Tierärztin Dr. Elisabeth Eisenmann von der Tierarztpraxis Bruns in Pattensen eine Impfung oder Wurmkur abholen konnten. Schwere Erkrankungen sah sie nicht. „Obdachlose und sozial Schwache pflegen ihre Tiere“, weiß die Tierärztin aus Erfahrung.

Die Gäste fühlten sich offenbar gut aufgehoben in den Räumen des Gymnasiums. Mit entspanntem Rücken etwa verließ Hildegard Müller (Name geändert) den Hildesheimer Wohlfühlmorgen. Gekonnt war Sebastian Brendel ihren Rückenschmerzen mit schmerztherapeutischen Maßnahmen zu Leibe gerückt, bevor sich die 61-jährige Dame mit Tochter und kleinem Enkel an den gedeckten Tisch der Schulaula setzen konnte. „Das ist besser, als zuhause zu sitzen und immer dasselbe zu essen“, sagt Hildegard Müller und deutet damit an, dass der Wohlfühlmorgen zunehmend auch Menschen anzieht, die der Einsamkeit entfliehen wollen. Tatsächlich lag die Zahl der Gäste an diesem Tag deutlich höher als in den vergangenen Jahren.

Zufrieden mit der Resonanz zeigten sich jedenfalls die Organisatoren des Wohlfühlmorgens, der auf eine Idee der Malteser zurückgeht. Seit Jahren findet ein ähnliches Angebot in Hamburg immer größeren Zuspruch. Ein solches Projekt passt auch gut zum Gymnasium Marienschule, findet Schulleiterin Eva-Maria Schleich. Es helfe den Schülern, soziale Kompetenzen zu entwickeln und stärke damit auch das christlich-soziale Profil der Schule. „Wir entsprechen damit dem Auftrag, unseren Nächsten zu lieben“, ergänzt Lehrer Siegried Weiß, der den „Wohlfühlmorgen“ seit drei Jahren in der Marienschule gemeinsam mit seiner Kollegin Dörte Albrecht organisiert, „was aber nur im Team mit den Maltesern, der Walter-Gropius-Schule und anderen Partnern und Sponsoren funktioniert“, wie Weiß deutlich herausstreicht.

20 Lehrkräfte der Marienschule haben sich an diesem dritten Wohlfühlmorgen beteiligt, dazu etwas 50 Schülerinnen und Schüler. Pia Nora ist eine von ihnen. Eine „coole Aktion“ sei der Wohlfühlmorgen, sagt die 17-Jährige aus der 12. Klasse. Nächstes Jahr will sie wieder dabei sein, auch wenn sie dann schon das Abi haben wird, denn: „Es macht einfach Spaß, zu helfen.“ Das sahen die Malteser ähnlich, die mit rund 20 Helfern angerückt waren: MediMobil, Kleiderkammer und Essenkochen waren an diesem Tag fest in ihrer Hand.

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